Die Seele der Kamera …und die Rolle des Fotografen

David DuChemin - Die Seele der Kamera
David DuChemin - Die Seele der Kamera

Die Frage, um die es in diesem wunderbaren Buch geht, sie ist in der Musik letztlich dieselbe: Töne bilden oft Melodien, Klänge, etwas Akustisches, aber, wann wird daraus ein wirkliches Musikstück, das uns anspricht, bewegt, berührt, wann wird es ein Ohrwurm gar?

Fotografien, die das leisten sollen auf ihrem Gebiet, sie müssen Seele haben, dafür plädiert der „Menschenfreund und fotografische Globeltrotter David duChemin. „Sollten also die Kamera und die aus ihr stammenden Fotos diese Seele haben, so muss sie von uns kommen. Wir sind es, die diese Menschlichkeit, die Vorstellungskraft und die Poesie in unsere Fotos legen.“ Perfekte Ausrüstung und Technik sind das eine, Empathie und Fantasie das andere. Bilder die Geschichten auslösen, die zum Weiterdenken anregen, die hinter den Fotografien noch in die Tiefe schauen lassen, das ist die „Seele der Kamera“.

So wundert es nicht, dass eines der ersten Kapitel gleich mit der „Entdeckung des Sehens“ beginnt. Aufgeschlossen sein, den Moment erfassen, geduldig sein, über all das philosophiert duChemin geradezu, belegt es mit Tipps und Hinweisen fürs Fotografische, zitiert Gabriel Garcia Márquez. „Mühen Sie sich nicht zu sehr ab. Die besten Dinge passieren völlig unerwartet.“ Das, so der Autor, propagiere das „kreative Loslassen“. Das werde, so ist er überzeugt, auch gefördert, indem man einmal etwas ganz Neues ausprobiere, vielleicht ja auch etwas, das mit der Fotografie auf den ersten Blick gar nichts zu tun hat, dann aber würden sich irgendwann wieder die Kreise schließen. Alles, was man in seinem Leben an Dingen voller Neugier und Lebendigkeit tue, das halte wach und offen für Momente, Blicke, das richtige Sehen.

„Ich meine nicht, dass es sinnvoll wäre die Regeln zu brechen. Ich meine, dass es im Grunde gar keine Regeln gibt.“ DuChemins Credo, fast rebellisch. „Wenn es etwas gibt, das mich auf die Palme bringt, ist es die Vorstellung, dass es in der Kunst Regeln gäbe.“ Technik und Ausrüstung, beides sicher wichtig und unerlässlich, aber letztlich „nur“ Spielmaterial um dem, was der Fotograf sieht und empfindet Gesicht zu verleihen.

DuChemins Fotos, zumal die schwarz- weißen sind von sehr großer Aussagekraft und transportieren fast spielerisch all die Empathie, die Gefühle, diese einzigartigen Situationen. Es bleibt nichts Anderes übrig als diese Bilder zu bewundern, berührt, begeistert und angetan. Viele möchte man mit Kohle nachzeichnen, vielleicht mit Musik unterlegen, Bilder, die durch die „Seele der Kamera“ mehrdimensional und einmalig werden.

 

 

David duChemin
Die Seele der Kamera
…und die Rolle des Fotografen
273 Seiten, EUR 29,90
dpunkt.verlag
ISBN: 9783864904691

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Über Barbara Wegmann 76 Artikel
Viele Jahre Redakteurin und Moderatorin beim Hörfunk, mittlerweile freie Journalistin und Sprecherin für Blinde und Sehbehinderte, Großer Fan von schönen Kinderbüchern, Bildbänden und fesselnden Krimis. Und das Schönste: die Neugier auf neue Bücher wird man einfach nicht mehr los.......

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