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Das Buch des Reisens- Von den Seefahrern der Antike zu den Abenteurern unserer Zeit- Rainer Wieland

Das Buch des Reisens

Das Buch des Reisens

Ein herrliches Buch für all jene Tage, an denen bei einem Blick aus dem Fenster die Reiselust zunächst eher vergeht, beim Blick in dieses Buch jedoch als Reisefieber schnell wieder erwacht: Lesen in einer ungemein spannenden wie auch wunderbar präsentierten knapp 500 Seiten Reise- Lektüre, unterwegs sein in verschiedenen Dimensionen, quer durch alle Zeiten, rund um den Erdball.

„Eine jede Reise ist auch eine Reise zu sich selbst. Sie bedeutet einen Ausbruch aus der Routine des Alltags und Abschied von alten Gewissheiten. Wir erkennen, dass der Ort, an dem wir unsere Zelte aufgeschlagen haben, nicht der Nabel der Welt ist. Unser Geist kommt in Bewegung und wir spüren, dass wir lebendig sind.“ schreibt Rainer Wieland so zeitlos im Vorwort zu diesem Buch, in das man sich auf den ersten Blick verliebt. Fotos, Skizzen, Grafiken, Kartenmaterial, Auszüge aus Reisetagebüchern und Briefen, die Illustration ist durchgängig und vielseitig, hätte vielleicht sogar etwas üppiger sein dürfen, aber dies wäre auch schon die einzig kritische Anmerkung zu den „authentischen Berichten von den großen Reisen der Weltgeschichte“.
So sticht man mit Admiral Hanno (Hanno der Seefahrer) um 470 v. Chr. in See, ‚von Karthago zu den jenseits der Säulen des Herakles gelegenen libyschen Teilen der Erde.’ „Es ist der älteste authentische Bericht einer Reise“. Zu jeder Reise gibt es eine kurze Einführung, die über Gegebenheiten, die jeweilige Zeit, dem Davor und dem Danach der Reise in Kenntnis setzt. Eine Einordnung, sachlich, faktenreich. Und eine Einladung, sich in den dann folgenden Reisebericht zu stürzen. „Darinnen jedoch war eine große Insel…in der Nacht…viele brennende Feuer und der Klang von Schalmeien …und von Zimbeln und das Dröhnen von Pauken und schauerliches Schreien. Da nun packte uns das Grausen, und auch die Wahrsager hießen uns die Insel verlassen.“
Man ist unterwegs mit Francesco Petrarca von Frankreich nach Deutschland im Jahre 1333, in das „Barbarenland“, das aber offenbar nicht nur Schreckliches bot: „…in Köln war er von der Anmut der sich ihm darbietenden Frauen überrascht…“ Man reist mit Lady Mary Wortley Montagu und ihrem Mann nach Konstantinopel, die in vielen Briefen das Leben der Frauen in der Türkei schildert, oder ist mit dem Schriftsteller Flaubert Mitte des 19. Jahrhunderts unterwegs auf dem Nil. Kolumbus, Marco Polo, Mark Twain , Charles Dickens, Fontane, Goethe und Heine, Sven Hedin, Marcel Proust, Simone de Beauvoir oder George Orwell, sie alle zeigen die ungeheure Vielseitigkeit des Reisens auf: es waren Forschungsreisen, Entdeckerreisen, Pilgerreisen, Eroberungszüge oder Bildungsreisen in unbekannte Gefilde. Letztlich auch für Edwin Aldrin, Neil Armstrong und Michael Collins auf dem Mond.
2500 Jahre Reisegeschichte, rund 70 Geschichten, das reicht für viele Tage, wenn es draußen regnet und mal nicht das allerbeste Reisewetter herrscht.

 

Das Buch des Reisens
Von den Seefahrern der Antike zu den Abenteurern unserer Zeit
Rainer Wieland
Propyläen Verlag
496 Seiten
ISBN: 9783549074565
Preis: 48,00 Euro

Über Barbara Wegmann

Einst... geboren, gewachsen, gelernt, dann endlich... Redakteurin, Moderatorin heute Journalistin, Sprecherin, Rezensentin seit Jahrzehnten Vielleserin, Gernleserin, am liebsten Bildbände, Kriminalromane, Bücher mit dem "gewissen Etwas" (Thema, Autor, Aufhänger) nicht zu vergessen Familie, Tochter, Mann, spanische Küche, Freunde bekochen, Musik, Leidenschaft für alte Bücher, Antikmärkte, lebenslanges Lernen das Wichtigste im Leben: das Wort

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