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Der Feuerdieb/ Ladrón del fuego von Ana Paula Ojeda (Text) und Juan Palomino (Illustrationen) – Ein Bilderbuch aus Mexiko/ Un álbum ilustrado de México

Der Feuerdieb

Der Feuerdieb

Was für eine ausgefallene, fantasievolle Geschichte, so hinreißend illustriert, als wären Bilder aus den herrlichsten Farbtöpfen gefallen: ein Opossum ist es, das den Menschen das Feuer bringt, den Tag zum Tag und die Nacht zur Nacht macht, die Jahreszeiten erschafft, den ewigen Rhythmus von Tod und Wiedergeburt.


„Es war die Zeit, als alles begann und die Zeit noch keine Zeit war.“ Das Opossum, es ist eines der ältesten Säugetiere der Erde, es wird 25 bis 45 Zentimeter groß, rund zwei bis drei Jahre alt, es ist sehr nachtaktiv und in Mexiko, wo es fünf verschiedene Arten gibt, heißt es Tlacuache und spielt eine große Rolle in der Mythologie.

Von der Herrin des Lichts, hoch oben auf einem Berg, will der Tlacuache das Feuer stehlen. „Darf ich mich an dich schmiegen? Dann muss ich heute Nacht nicht frieren.“ flüstert er listig. Ein raffinierter Plan, der aufgeht: die Herrin des Lichts ist abgelenkt und das Opossum stiehlt die Glut und verbirgt sie dort, wo „die Beuteltiere ihre Jungen tragen“. Der Diebstahl des heiligen Feuers bleibt nicht ohne Folgen, es geht dem Beuteltier an den Kragen und nur eine, seine markanteste Eigenschaft, rettet ihm das Leben: wird ein Opossum bedroht, kann es „in einen Komazustand fallen, so dass sein Feind es für tot hält. Erst nach einigen Stunden erwacht es aus der Bewusstlosigkeit und läuft davon.“ Nur so schaffte es das kleine Wesen, den Menschen das Feuer zu bringen. „Außerdem brachte er ihnen Mais, Tabak, Pulque (das mexikanische Nationalgetränk) und Mezcal (Schnaps).“ Kein Wunder, dass das Tierchen so verehrt wird.

Ana Paula Ojeda, Mexikanerin und noch sehr jung, hat eine große Leidenschaft während ihres Studiums entdeckt: „präkolumbianische und heutige Mythen und Wertvorstellungen verschiedener indigener Gemeinschaften Zentralamerikas“, darüber schreibt und forscht sie. Dies ist ihr erstes Buch, zweisprachig übrigens, in deutscher und Spanischer Sprache, nicht nur ein Kinderbuch, vielmehr auch ein kleines überzeugendes Kunstwerk. Und das findet mit dem Illustrator Juan Palomino, ebenfalls Mexikaner, studierter Philosoph und bereits mehrfach für seine Illustrationen ausgezeichnet, für die Geschichte rund um den Feuerdieb eine wirklich einzigartige Ergänzung. „Durch das Feuer wurden die Menschen zu Menschen. So begann die Geschichte“.


 

Über Barbara Wegmann

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Redakteurin, Moderatorin
heute
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