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Franz Schensky- Der Fotograf und das Meer- von Wilhelm Rösing

Der Fotograf und das Meer

Der Fotograf und das Meer

Ein sehr persönliches Erzählbuch, ein Foto- Bildband, eine Biografie, spannende Momente regionaler Geschichte und auch ein bedeutendes Stück Foto- Historie, dieses bemerkenswerte Buch vereint all das. Franz Schensky, 1871 auf Helgoland geboren und 1957 in Schleswig gestorben, war Fotograf, mit Leib und Seele, mit Leidenschaft und Professionalität. Mit ihm hat sich Dokumentarfilmer Wilhelm Rösing lange und intensiv beschäftigt, ihm hat er einen Film gewidmet und nun ein eindrucksvolles Buch, das in Text und Bild gleichermaßen faszinierend einen großen Fotografen und seine geliebte Insel Helgoland porträtiert und durch Meer, Sturm und Krieg geprägte Jahre und Jahrzehnte zeigt.


Mit 15 Jahren geht Schensky nach Mühlhausen in Thüringen, in die Lehre bei dem damals bekannten Manöverfotografen Tellgmann. Klar ist für ihn aber stets, er kehrt zurück nach Helgoland, macht sich dort mit 19 Jahren selbstständig als Fotograf. Die Kunst der Fotografie, sie war damals bekannt und beliebt und machte technisch rasante Fortschritte. „War die Apparatur aufgebaut, musste die aufzunehmende Szene zunächst eingerichtet und geprobt werden. Dabei hatte der Lehrling die Aufgabe, die vorgesehenen Positionen aller Mitwirkenden nacheinander probehalber einzunehmen.“ Schenskys schwarz- weiß Aufnahmen werden berühmt und vor allem: er wird zum „Chronisten Helgolands“, „einem international bedeutenden Schwarz-Weiß-Fotografen, einem Pionier seiner Zeit.“

Es gibt sicher keinen Fleck auf der Insel, den Franz Schensky nicht fotografiert hat, in der fast pedantischen „fotografischen Vermessung“ seiner kleinen, geliebten Insel war er geradezu perfekt. Porträts, Helgoländer Familienbilder, Fischer, Schiffe, Möwen, immer wieder die Brandung und die Nordseewellen, Gesichter und Momentaufnahmen, die zu unschätzbaren Zeitdokumenten werden. Bewegend besonders jene Bilder aus Kriegszeiten, die die völlige Zerstörung der Insel dokumentieren, viel Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung ausstrahlen. Motive, die von genauster Beobachtung und detaillierter Kenntnis zeugen, Situationsbilder, die den perfekten Umgang mit damaliger Foto- Technik deutlich machen, Motive, die Schenskys tiefe Verwurzelung in seine Heimat widerspiegeln. Wer sich so intensiv mit dem Leben eines Anderen beschäftigt hat wie Wilhelm Rösing, dem fließt die Geschichte über dessen Leben angenehm lesbar aus der Feder.

Schensky und die Geschichte Helgolands in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, eine tolle Dokumentation über einen bescheiden gebliebenen Mann, der am liebsten immer auf seiner Insel blieb, „selbst bei interessanten Anfragen oder lukrativen Aufträgen außerhalb Helgolands fand er meist er einen Grund, auf der Insel zu bleiben.“

 

Wilhelm Rösing
Franz Schensky – Der Fotograf und das Meer
Wachholtz
ISBN: 9783529053474

Über Barbara Wegmann

Einst... geboren, gewachsen, gelernt, dann endlich... Redakteurin, Moderatorin heute Journalistin, Sprecherin, Rezensentin seit Jahrzehnten Vielleserin, Gernleserin, am liebsten Bildbände, Kriminalromane, Bücher mit dem "gewissen Etwas" (Thema, Autor, Aufhänger) nicht zu vergessen Familie, Tochter, Mann, spanische Küche, Freunde bekochen, Musik, Leidenschaft für alte Bücher, Antikmärkte, lebenslanges Lernen das Wichtigste im Leben: das Wort

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