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Die Kunst des Comic Sammelns- von Alex Jakubowski/ Sandra Mann

Die Kunst des Comicsammelns

Die Kunst des Comicsammelns

Mit Micky Maus Heften hat alles einmal begonnen, sie wurden „gelesen, gesammelt, abgelegt“. Dann wurden sie irgendwann verkauft, einige waren sogar gelocht, abgeheftet in einem Aktenordner. „Allein bei dem Gedanken daran würden sich die Sammler in diesem Buch vor Grauen schütteln. Zu Recht, wie ich heute sagen muss, niemand ist trauriger darüber, als ich selbst…“ Alex Jakubowski kennt man aus dem Fernsehen: seriös, sachlich, klug und professionell sind seine Interviews, Berichte und Kommentare.

Dass hinter diesem promovierten Journalisten aus dem Badischen ein leidenschaftlicher Comic- Sammler steckt, mit allen Wassern dieses Genres gewaschen, das vermutet man kaum. „Da gibt es Menschen, die Comic- Hefte in Tüten stecken und mit Karton verstärken. Da werden unterschiedliche Auflagen miteinander verglichen, um kleinste Unterschiede festzustellen. Mit der Nase wird am Papier geschnüffelt, Rost an Heftklammern oder Eselsohren äußerst kritisch beäugt.“ Wer von diesem Virus einmal infiziert ist, für den sind Comics alles andere als eine muntere Lektüre für Jugendliche. Bei Kunstversteigerungen erreichen Comics beachtliche Preise. „Auch gut erhaltene Erstausgaben der amerikanischen Action- Comics, mit dem ersten Auftritt von Superman gehen in die Millionen.“ Aber Comics als Kunst anzuerkennen, davon sei man hierzulande, so schreibt Alex Jakubowski, noch weit entfernt.
15 Comic- Sammler präsentiert dieser geniale und erheiternde Bildband, 15 Einblicke in eine Passion, die für manch einen in ein „Parallel- Universum“ gehört. Aber wer weiß, irgendwie ist doch jeder ein Sammler und vielleicht denken auch Sie nach 280 Seiten zurück an ihre Kindheit, das erste Batman- Heft, Geschichten von Fix und Foxi oder Donald Duck, eine Kindheit samt Lektüre, die für die 15 Sammler dieses Buches sicher mehr als prägend war.
Tim und Struppi, Micky Maus, Asterix, im ganzen Haus finden sich bei Peter Orban Figuren, Hefte und Skulpturen. Ein wenig hat das Jagdfieber nachgelassen, gesteht Orban, „Damals war ich ganz besoffen von den Gewinnen, die man erzielen konnte.“
Nicht schlecht auch das Prunkstück der Sammlung bei Fürst Sayn- Wittgenstein: die legendäre Nummer 1 des Micky- Maus- Heftes von 1951. Ihn hat das Sammelfieber nie losgelassen, sogar ein Museum will er bauen, natürlich „in Form des Entenhausener Geldspeichers“. „Es schmerzt schon wenn man eine Lücke in der Sammlung hat. Aber es tut noch mehr weh, wenn man die Lücke auch mit noch so viel Kohle nicht schließen kann.“
Muntere Texte, Interviews mit verblüffenden Antworten und tiefe Einsichten in Sammlerseelen und -herzen gewährt dieses sicher nicht unbedingt preiswerte Buch. Dafür ist es in zweierlei Hinsicht sehr bemerkenswert: zum einen zeigt es einen Bereich tiefer Sammelleidenschaft, der ‚in der Szene schon lange als Neunte Kunst bezeichnet wird, neben Architektur, Bildhauerei, Malerei, Tanz, Musik, Poesie, Kino oder Fernsehen’, zum anderen steht das Buch unabhängig von den Comics in Vielem auch für die generelle Begeisterungsfähigkeit eines jeden Sammlers. Da kann man Vieles gut nachfühlen in Text und Bild, letztlich auch die alte allgemein gültige Weisheit: „Das Wichtigste Stück einer Sammlung ist das, was noch fehlt“

Über Barbara Wegmann

Einst... geboren, gewachsen, gelernt, dann endlich... Redakteurin, Moderatorin heute Journalistin, Sprecherin, Rezensentin seit Jahrzehnten Vielleserin, Gernleserin, am liebsten Bildbände, Kriminalromane, Bücher mit dem "gewissen Etwas" (Thema, Autor, Aufhänger) nicht zu vergessen Familie, Tochter, Mann, spanische Küche, Freunde bekochen, Musik, Leidenschaft für alte Bücher, Antikmärkte, lebenslanges Lernen das Wichtigste im Leben: das Wort

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