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H- Kennzeichen- Wenn Youngtimer 30 werden- Frank Duessel

Buchrezension zu H-Kennzeichen

Buchrezension zu H-Kennzeichen

Als ich 30 war, fuhr ich ein Auto, das gefühlt bedeutend älter war als ich, heute, diverse Jahre später schaue ich wehmütig Autos hinterher, die 30 und älter sind, wer weiß, vielleicht lebt mein altes Schätzchen ja noch.


Ganz so alt sind die „automobilen Neuerscheinungen der „Jahrgänge 1983 bis 1987“, die hier präsentiert werden noch nicht, aber sie haben oder werden bald das Zeug haben ein ‚historisches Fahrzeug’ zu sein. Das besagt dann das begehrte ‚H’ am Ende des offiziellen Autokennzeichens. Das hat Vorteile, nicht nur für das Auto selbst, das, mit diesem Buchstaben ausgestattet, sicher noch liebevoller und noch sorgsamer gehütet wird als seine jungen Auto- Artgenossen, nein, es bringt auch manche Vergünstigungen mit sich: günstige Steuern, andere Versicherungsbedingungen und kein Plakettenzwang. „Übrigens müssen Fahrzeuge mit H- Kennzeichen, wie alle anderen Autos auch, alle zwei Jahre zur HU. Da hilft auch der Oldtimer- Status nicht.“
Für die letzten, die am 30. Juli 1985 vom Band liefen, ist es bald soweit: da werden auch sie zu Oldtimern, der Fiat Spider. Ein Modell, das in Europa zunächst nicht so gut ankam, in Amerika zum „Verkaufsschlager“ wurde, dann auch hierzulande wieder Beachtung fand. „Ein Klassiker, der immer noch günstig zu finden ist“.
Es ist die unterhaltsame Art des Autors, in Bild und Text die rund 100 spannenden Autos vorzustellen „zum Träumen und selber fahren“. Kurze Ausflüge in die Produktionsgeschichte, ein Blick unter die Motorhaube, Besonderheiten und alles rund um die Auto- Modell- Maße. Da geht es um die E30 Cabrios von BMW, die „Erfolgsgeschichte“ des Seat Ibiza, den VW Jetta, mit dem Image des „Rentner- Autos“, den Audi Sport Quattro, von dem für je rund 200 000 DM zwischen 1984 und 1985 220 Exemplare gebaut wurden oder den heute ‚extrem seltenen’ ‚robusten Skandinavier, den Saab 90 mit den Zauber- Stoßstangen. „Die Zellkörperblöcke im Inneren nehmen die Energie auf und bilden sich nach einer Weile wieder zurück in ihre ursprüngliche Form.“ Ein schönes Buch, nicht nur für Autokenner, aber vor allem für deren Liebhaber und all jene, die irgendwann die frisch gebackenen Oldtimer auch als ein Stück Technikgeschichte wertschätzen.
Apropos Wert: mit den Preisen für Oldtimern, die eine richtige Wertanlage werden können, ist es so eine Sache, weiß der Autor, klar, dass Kombis teurer sind als Limousinen. „Ganz einfach, es haben weniger überlebt. Der typische Rentner hat sich keinen Kombi gekauft. Die gingen durch Handwerkerhände und spulten ihre Kilometer ab.“ Und von den Preisen beim Ferrari F40 wollen wir erst gar nicht reden….  “Heute sieht man den kompromisslosen Supersportwagen kaum noch auf den Straßen. Falls doch, nur ganz kurz. Auf der Autobahn ganz links.“ 478 PS, in 4,1 Sekunden auf 100…
Ich fuhr damals einen alten Käfer, dem ich heute noch voller Melancholie nachtrauere, bei ihm freute ich mich, wenn er im Laufe der Fahrt auf hundert beschleunigte….

Über Barbara Wegmann

Einst... geboren, gewachsen, gelernt, dann endlich... Redakteurin, Moderatorin heute Journalistin, Sprecherin, Rezensentin seit Jahrzehnten Vielleserin, Gernleserin, am liebsten Bildbände, Kriminalromane, Bücher mit dem "gewissen Etwas" (Thema, Autor, Aufhänger) nicht zu vergessen Familie, Tochter, Mann, spanische Küche, Freunde bekochen, Musik, Leidenschaft für alte Bücher, Antikmärkte, lebenslanges Lernen das Wichtigste im Leben: das Wort

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