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Die Essenz der Fotografie – Bruce Barnbaum

Die Essenz der Fotografie

Die Essenz der Fotografie

Erfahrung hat er, Können allemal, und letztlich die Gabe, sein Anliegen auch noch so zu vermitteln, dass es Spaß macht, mit ihm auf Fotoreise zu gehen: Bruce Barnbaum hat über 40 Jahre als Profi- Fotograf auf dem Buckel, Erfolgsrezepte für die Fotografie will er nicht liefern, denn die, so sagt er, gibt es nicht. Aber es gibt den Unterschied zwischen Schauen und Sehen beispielsweise.

Das lernen Babys ganz einfach: sie lernen nicht, ihre Eltern als eine „Gruppierung von Lichtwerten“ zu sehen, oder „ beispielsweise Mamas ovales Gesicht im Verhältnis zu dem von Papa“ zu betrachten, sondern sie lernen „die Merkmale der Gesichter an sich zu unterscheiden….Fotografisches Sehen muss wirklich erlernt werden.“ Und die Bereitschaft, das Sich- Öffnen, muss vorhanden sein, denn mit einer Kamera in der Hand ist man noch kein Fotograf. „Das wäre ja so, als würde man jeden mit einem Stift in der Hand als Schriftsteller bezeichnen. So ist es eben nicht!“
Ausbildung, Werdegang, Fortschritte, Zweifel, Erfolge und Misserfolge, Barnbaum schreibt persönlich, leicht lesbar, informativ, da ist jemand, der irgendwann auch mal angefangen hat! Dieser überzeugende Stil ist sehr authentisch, wirkt an keiner Stelle dozierend oder durch Erfolg überheblich geworden, Ratschläge und Empfehlungen nimmt man gerne an.
Wer Spaß an der fotografischen Technik hat, den Möglichkeiten und Raffinessen, der wird noch lange kein guter Fotograf. „Wenn sie wirklich Spaß an der Fotografie haben und bedeutsame Bilder hervorbringen wollen, müssen sie Inhalte finden.“ Angefangen hat Barnbaum auch einmal als Hobbyfotograf: Bilder aus dem Urlaub von schönen Plätzen und Momenten mitbringen, sie anschauen und sich erinnern. Er wandert gern, verbindet das eine Hobby mit jenem Talent, das sich schließlich vom Hobby zum Beruf wandelt. Einer der bedeutendsten Schwarz- Weiß- Fotografen ist er weltweit, Landschaften liegen ihm besonders am Herzen, seine Bilder mehr als ein Genuss, und gerade in diesen Bildern liegt sein Credo, so möchte man meinen: je weniger Farbe, desto purer und destillierter die Aussage im Foto. Grandios. Kreativität und Intuition sind ihm wichtig, und allem voran die Frage: ‚Warum und für wen fotografiert man eigentlich?’ Für die Umwelt engagiert sich Barbaum seit vielen Jahren. Auf einem Workshop fragt ihn ein Teilnehmer, warum er nie Menschen auf seinen Landschaftsaufnahmen zeige. „Sie können mich wie Dreck behandeln oder ich kann sie wie Dreck behandeln, doch das Leben wird weitergehen. Sie können mich umbringen oder ich kann sie umbringen, aber das Leben geht weiter. Wenn wir jedoch den ganzen Planeten töten, werden wir alle sterben.“ Ein Engagement, das seine Bilder intuitiv vermitteln.
Nicht schulmeisterlich, sondern erzählend und aus seinem reichen Fundus schöpfend füllt der Profi- Fotograf spielend die knapp 200 reichlich bebilderten Seiten des exquisiten Bildbandes. Schnell versteht man, warum seine Workshops kaum angekündigt schon ausgebucht sind.

Über Barbara Wegmann

Einst... geboren, gewachsen, gelernt, dann endlich... Redakteurin, Moderatorin heute Journalistin, Sprecherin, Rezensentin seit Jahrzehnten Vielleserin, Gernleserin, am liebsten Bildbände, Kriminalromane, Bücher mit dem "gewissen Etwas" (Thema, Autor, Aufhänger) nicht zu vergessen Familie, Tochter, Mann, spanische Küche, Freunde bekochen, Musik, Leidenschaft für alte Bücher, Antikmärkte, lebenslanges Lernen das Wichtigste im Leben: das Wort

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