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Glow – Ned Beauman

Glow - Ned Beauman

Glow – Ned Beauman

Es dauert, bis man in die skurril-absurde und ungewöhnliche Geschichte über den urbanen Lebensbewältiger, Drogentester und mit merkwürdiger Zirkadianer Schlaf-Wach-Rhythmusstörung behafteten Raf hinein findet. Anfangs will man den abgedrehten Roman vielleicht schon aus der Hand legen, tut aber gut daran, weiterzulesen. Mehr und mehr entfaltet der Autor trotz seiner bisweilen kruden Ideen eine spannende Geschichte.

Raf, der sich an sich am liebsten noch mehr mit seiner schönen Zufallsbekanntschaft Cherish aus dem Londoner Waschsalon befassen oder zumindest bei illegalen Raves herumtreiben würde, gerät in ein unglaublich wildes Entführungs- und Verschwörungsdrama, will er doch mehr über die geheimnisvolle Superdroge „Glow“ herausfinden. Die Verfolgung der weißen Kleinbusse, die Cherish vor seinen Augen entführten, zieht Raf immer weiter in die undurchschaubare Welt des sehr suspekten Minenkonzerns Lacebark, eines Drogenkartells und einer globalen Verschwörung hinein, getrieben immer auch von einem gewissen Anteil aufkeimender Liebe oder zumindest Sehnsucht nach Nähe zu der hübschen Halbburmesin.

Als schließlich Füchse in London auftauchen und Raf feststellen muss, dass diese bei der Produktion von „Glow“ eine Rolle spielen, weicht der erste Gedanke an einen vermutlich durch das Lesen des Buches übertragenen unbemerkten Eigen-Drogengenuss langsam der Erinnerung an den von der Schleichkatze Fleckenmusang produzierten Katzenkaffee „Kopi Luwak“.

Es zeigt sich im Verlauf der verwinkelten Zusammenhänge, dass die unterschwellig in der verrückten und doch höchst anregenden Geschichte auch aufkeimende Globalisierungskritik sich gewissermaßen als „Glow“, also ein sich hinter die Handlung legender Schein entfaltet. So bleibt trotz aller unglaublichen aber doch fesselnder Handlung ein Stück intelligenter Reflexion aktueller Lebensrealität.

Ned Beauman
Glow
Übers. v. Gerhard Henschel u. Kathrin Passig
Hoffmann und Campe, September 2014
ISBN 9783455404548
22 Euro

Über Uli

Uli Geißler ist für die unterschiedlichsten Medien als Freier Journalist aktiv und hat selbst als Spiele- und Buchautor schon weit über zwanzig Gesellschaftsspiele (einige davon mit Preisnominierungen oder Auszeichnungen bedacht) sowie ebenso viele Bücher veröffentlicht. Einige seiner Bücher und vor allem Kinderbücher wurden mittlerweile schon in 13 Sprachen übersetzt (Arabisch, Dänisch, Koreanisch, Chinesisch, Slowenisch, Lettisch, Italienisch, Hebräisch, Griechisch, Spanisch, Katalanisch, Polnisch, Niederländisch). Über sich und seine Aktivität für 52Buecher sagt er: Ich lese gern, vor allem Thriller und Krimis, hin und wieder auch spannende Historische Romane, Kinderbücher und -romane zur Entspannung und Unterhaltung. Meine Einschätzungen teile ich gerne mit Anderen. Ebenso suche ich beim Buchkauf Orientierung in den Meinungen anderer Leserinnen und Leser. Darüber hinaus gehören zu meinen liebsten Tätigkeiten das Spielen, Reisen, Fahrradfahren (Touren- und Mountainbike) sowie das Fotografieren. Weitere Informationen zu ihm gibt es unter www.uli-geissler.de.

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