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Marie und die Dinge des Lebens – Tine Mortier

Marie und die Dinge des Lebens

Marie und die Dinge des Lebens

Der Prinz muss nicht immer die Prinzessin heiraten und mit auf sein Schloss nehmen. Es gibt Geschichten, wie auch der Alltag sie schreiben könnte, die ebenso sehr Herz und Seele berühren, zum Beispiel dieses Buch für Kinder von sechs Jahren: bestechend schön Einband und Illustration, ganzseitig, aber dem Text genügend Raum lassend, farbig je nach Stimmung, mal realistisch, mal fantasievoll verzaubernd und abstrakt. Stets mit viel Gefühl und viel Einfühlungsvermögen für den kleinen Wirbelwind Marie, den es mit Macht auf die Welt drängt. „Marie kam in einem Korbsessel unter dem Kirschbaum zur Welt. Ihre Mutter las gerade ein spannendes Buch. So spannend, dass sie nicht gleich merkte dass das Baby kommen wollte.“

Mit ihrer Großmutter versteht sich Marie bestens. Beide haben viel Temperament, verbringen gern Zeit miteinander und essen für ihr Leben gern Kekse. Eines Tages wird die Großmutter krank, „saß aufrecht in einem weißen Bett auf Rädern und mit einer Art Zaun drum herum.“ Nur Silben sprach die Großmutter ab und zu noch und die Erwachsenen bevormunden die Großmutter, aber: „Marie wusste genau, was Großmama sagte. Sie las es in ihren Augen und pflückte ihr die Buchstaben aus dem Mund.“

Es ist ein Genuss, zu erleben wie Maries Geschichte von Seite zu Seite lebendiger wird, viel Charme und Können legt Kaatje Vermeire in ihre Bilder, ein großes Talent hat sie, die Anfang Dreißigjährige studierte Grafik- und Werbedesignerin aus Gent. Bilder und Texte der ebenfalls aus Belgien stammenden Autorin ergänzen sich mal lebhaft, dynamisch, aber dann auch wieder still und besinnlich.

Ein ausgesprochen schönes Bilderbuch, das von Generationen erzählt, dem Zusammenhalt in der Familie, der Liebe und auch dem Abschied.

Über Barbara Wegmann

Einst... geboren, gewachsen, gelernt, dann endlich... Redakteurin, Moderatorin heute Journalistin, Sprecherin, Rezensentin seit Jahrzehnten Vielleserin, Gernleserin, am liebsten Bildbände, Kriminalromane, Bücher mit dem "gewissen Etwas" (Thema, Autor, Aufhänger) nicht zu vergessen Familie, Tochter, Mann, spanische Küche, Freunde bekochen, Musik, Leidenschaft für alte Bücher, Antikmärkte, lebenslanges Lernen das Wichtigste im Leben: das Wort

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