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Vespa – Valerio Boni – Azzurra Della Penna

Kult auf zwei Rädern

Vespa

Vespa

Nicole Kidman fuhr auf ihr in dem Film „Die Dolmetscherin“, Gina Lollobrigida war von ihr restlos begeistert und in dem Klassiker „Ein Herz und eine Krone“ sitzen verliebt Gregory Peck und Audrey Hepburn auf ihr: die Vespa hielt schon 1951 Einzug in die Kinos. Es sei der Rolls Royce der Paparazzi, meinte Regisseur Fellini einmal. Und was der Käfer den Autos wurde die Vespa den motorisierten Zweirädern: eine Erfolgsgeschichte ohnegleichen, ein Kultgefährt, das sich „zum Symbol für Freiheit und Leichtigkeit entwickelte“.

Eigentlich kann ein Bildband, der sich der über 60jährigen Geschichte der Vespa annimmt gar nicht anders: es ist ganz automatisch eine Liebeserklärung, eine reich illustrierte Hommage an ein Gefährt, das Generationen begeisterte und mit dem ein italienisches Unternehmen Weltgeschichte schrieb. Im Frühjahr 1946 ‚erblickte im italienischen Pontedera die Ur- Vespa das Licht der Welt.’ Und sie durfte in Italien sogar von 14jährigen gefahren werden.
Über die Jahrzehnte haben sich mit vielen weiterentwickelten Modellen Technik, Karosserie, Ausstattung und Details verändert, aber das Vespa- typische Erscheinungsbild wurde stets beibehalten und der Erfolgsschlager auf zwei Rädern ist heute wie gestern ein weltweit absoluter Begriff. Großformatige Bilder präsentieren die farbenfrohen uralten Schätzchen, blankpoliert, herausgeputzt und bestens ausgeleuchtet. Ausführlich schildern Kapitel die Entwicklung der Vespa und wie es überhaupt dazu kam, dass ein Flugzeugingenieur, für den Zweiräder zwar nicht gerade „Terra incognita“ und dessen Kenntnisse der Materie „eher oberflächlich“ waren, letztlich zum Erfinder der Vespa wurde, kurz nach Kriegsende. „Man musste nur möglichst vielen Menschen einen Traum bescheren, ihnen das Gefühl geben, sich über den trüben Alltag erheben zu können, dann kam der Erfolg von fast allein.“
Fernab der technischen Details und Berichte, der Fotodokumente aus alten Tagen, wird der umfassende Bildband mit der parallel laufenden Wirtschaftsgeschichte, der Schilderung sozialer Verhältnisse und der Darstellung der sich verändernden Werbebranche zur schillernden Geschichte eines Gefährts, das „vielen als der Roller schlechthin gilt“. „Ein Konzept- viele Modelle“. Kräftig aus den Piaggio- Archiven geschöpft haben die beiden Autoren dabei und im Verlauf des Buches, das mit Entstehungs- und Wirtschaftgeschichte beginnt prägen zunehmend die Bilder die Attraktivität des Buches. Ein höchst vergnügliches Lesenbuch und das Porträt eines Zweirades, das liebevoller nicht hätte ausfallen können. Zudem wird es sicherlich Auslöser für manch persönliche Erinnerung an die gute alte Vespa-Zeit. „…nach wie vor eine grandiose Sache. Nur kommt man sich heute in der vorgeschriebenen Schutzkleidung als Fahrer eher vor wie Neil Armstrong im Raumanzug.“


Vespa
Valerio Boni/ Azzurra Della Penna
ISBN: 9783791348902
Verlag Prestel
Preis: 39,95 Euro

Über Barbara Wegmann

Einst... geboren, gewachsen, gelernt, dann endlich... Redakteurin, Moderatorin heute Journalistin, Sprecherin, Rezensentin seit Jahrzehnten Vielleserin, Gernleserin, am liebsten Bildbände, Kriminalromane, Bücher mit dem "gewissen Etwas" (Thema, Autor, Aufhänger) nicht zu vergessen Familie, Tochter, Mann, spanische Küche, Freunde bekochen, Musik, Leidenschaft für alte Bücher, Antikmärkte, lebenslanges Lernen das Wichtigste im Leben: das Wort

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