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Cuba Cars- Oldtimer in der Karibik

Cuba Cars

Cuba Cars

Dass Kuba das schönste Land sei, „auf das je eines Menschen Auge gefallen ist“, das war bereits Christoph Kolumbus klar. Kuba, das ist heute immer noch, immer wieder und immer mehr ein Land, das fasziniert, anlockt und begeistert. „Das Land der Revolution, der Träume und herzlicher Gastfreundschaft.“ Ja, und, um zum Titel dieses wunderbaren Bildbandes zu kommen, das Land der immer noch vielen Oldtimer im täglichen Straßenverkehr, der „legendären Karossen der Fünfziger“. 60 000 sollen es sein, die heute noch auf Kubas Straßen fahren, eine Folge des Importverbots für Autos , ‚das Kuba nach der Revolution erlassen hatte’. Das alles lockert sich, auch mit Aufhebung des Importverbots 2013 und somit wird sich auch das automobile Straßenbild irgendwann einmal ändern. Dass es nicht ganz so schnell geht, das mag auch an dem Exportverbot für Oldtimer liegen, wie gut, „denn die Oldtimer sind ein Teil von Kuba und sollten es bleiben.“

Der Bildband ist dreisprachig, auf Englisch, Spanisch und Deutsch, spiegelt also auch sprachlich ein Stück dieser aufkommenden Internationalität wider, zeigt in Bildern jenes Kuba, das wir alle als so faszinierend vor Augen haben, mit dem wir ohne groß nachzudenken, Hemingway, Salsa, den Buena Vista Social Club und prächtige Kolonialbauten verbinden. Viele historische Gebäude werden renoviert, Fassaden erneuert, das Flair alter Zeiten lebt frisch poliert wieder auf. Da wirken die Oldtimer geradezu noch älter als sie ohnehin schon sind.

An Einzelteile und Ersatzteile für die alten Autoschätze kommt man heutzutage schneller und einfacher als es früher war, um so intensiver und hingebungsvoller werden die Oldtimer erhalten, gepflegt und instand gehalten. Ein Ford Crown Victoria von 1956, ein Pontiac Chieftain Convertible oder einer der vielen Chevrolets, sie alle erzählen Geschichten, werden heute als Taxi benutzt um Touristen zu den atemberaubenden Sehenswürdigkeiten zu chauffieren, stehen als Mietwagen zur Verfügung zum Beispiel für traditionelle Feiern oder gehören einfach zur Familie, weil schon die Großmutter den Wagen einst kaufte.

Immer die wunderbaren und einzigartigen Automodelle im Mittelpunkt belassend, reisen die beiden Autoren durchs Land, porträtieren Land und Leute indem sie ihre Autos vorstellen. Hinter den Geschichten der Oldtimern blättert sich so das Bild eines Landes auf, das nichts von seinem einstigen Glanz verloren hat. Im Gegenteil. Es sind Geschichten und Momentaufnahmen, Eindrücke und immer wieder kleine Stückchen Zeitgeschichte, die sich in blankgeputzten Stossstangen und liebevoll gepflegtem Lack widerspiegeln.

Sind bei uns Oldtimer etwas Besonderes, werden zunehmend als Wertanlage genutzt oder stehen sorgsam zugedeckt bei schlechtem Wetter in der Garage, so tun sie auf Kuba ihren Dienst, Tag für Tag und die ‚auf Oldtimer spezialisierten Werkstätten werden sich noch lange nicht über fehlende Arbeit beklagen müssen.“ Dort, wie hierzulande gilt: angesichts der „vergleichsweise einfachen Mechanik“ der alten Wagen kann man auch Vieles selbst reparieren.

Selten mischen sich auch Automarken ins kubanische Straßenbild, die uns noch bekannter vorkommen als die großen, majestätischen Schlitten: ein kleiner Karmann Ghia von 1958 in knallgelb beispielsweise. Er gehört dem Künstler Kamyl. „Ich liebe dieses Auto,“ sagt er, „Wenn ich durch Havanna fahre, denke ich, dass ich mit einer der schönsten Frauen spazieren gehe und uns die ganze Welt zuschaut.“

Cuba Cars
Oldtimer in der Karibik
Harri Morick / Rainer Floer
Verlag Delius Klasing
ISBN: 9783667108371
Preis: 34,90 Euro

 

Über Barbara Wegmann

Einst…
geboren, gewachsen, gelernt,
dann endlich…
Redakteurin, Moderatorin
heute
Journalistin, Sprecherin, Rezensentin
seit Jahrzehnten
Vielleserin, Gernleserin,
am liebsten
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nicht zu vergessen
Familie, Tochter, Mann, spanische Küche, Freunde bekochen, Musik, Leidenschaft für alte Bücher, Antikmärkte, lebenslanges Lernen
das Wichtigste im Leben:
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