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Der Hase und die Schildkröte -Die schönsten Fabeln von La Fontaine- Mit Pop- Ups von Thierry Dedieu

Der Hase und die Schildkröte

Der Hase und die Schildkröte

Allesamt sind sie Klassiker, La Fontaines Fabeln, immerhin schon 350 Jahre alt, dennoch ewig aktuell, für Jung und Alt, zum Vorlesen und für den Bücherschrank. Nun hier Band III in der Knesebeck- Reihe. Wie seine Vorgänger ebenso liebevoll gestaltet und für die heutige Zeit sozusagen ‚upgedated’ mit dreidimensionalen Pop- Ups des französischen Autors und Illustrators Dedieu. Na ja, so richtige Pop- Ups sind es nicht im klassischen Sinne, hier bewegt sich nichts, und man kann auch nicht aktiv das Bild verändern, aber: es ist eine Art kleine Bühne, wie ein Puppentheater, das sich zwischen zwei Seiten entfaltet, und darin kann die Fantasie sich bestens tummeln! Sechs Fabeln und die keineswegs nur ab sechs Jahren!

Dass sich ein Hase am Boden vor Lachen wälzt, wenn ihm eine Schildkröte ein Wettrennen anbietet, das kann man sich leicht vorstellen. Bewundernswert, die kleine Schildkröte, mutig, vielleicht auch naiv, dennoch ohne Tricks, ohne jede List, aber: den Hochmut des Hasen einkalkulierend. Dieser beschäftigt sich sorglos, sich ja so überlegen fühlend, mit allem Anderen, stets in der vermeintlichen Gewissheit, ja noch so viel Zeit zu haben. „Der Ruhm des Sieges ist für ihn nur klein, unwürdig scheint er ihm zu sein.“ Zu spät bemerkt er, dass die Schildkröte zielstrebig und konsequent bereits das Ziel erreicht hat. „Was nutzte deine Schnelligkeit? Ich war es, die den Preis gewann!“

Macht der Einband von Schlichtheit und Festigkeit auch den Eindruck eines Kinderbuches, so eröffnet sich doch im Inneren eher eine filigrane Welt, ein wirklich hübsches Buch, aber so genau lässt sich die Frage nicht beantworten, ob es denn nun ein Kinderbuch, oder eher eines für Erwachsene ist; für Kinder wäre vermutlich ein etwas robusteres Innenleben angebracht, für Erwachsene La- Fontaine-Liebhaber vielleicht eher ein wertigerer Einband. Aber: vielleicht liest ja einfach einer dem anderen Gereimtes vor!

Zum Beispiel die Fabel über den Wolf und das Lamm. „Des Stärkren Recht ist stets das beste Recht gewesen-„ ob das so stimmt? Das kleine Lamm löscht seinen Durst am Ufer eines Baches. „Wie kannst meinen Trank zu trüben dich erfrechen?“ der Wolf lässt keinen Zweifel, wer an dieser Wasserstelle das Sagen hat. Vorwürfe schüttet der Wolf über dem Lamm aus, alle kann das Lamm entkräften, aber sein übermächtiger Gegner hat eine unerbittliche, kompromisslose Haltung, ‚er frisst das arme Lämmlein auf.’

Manchmal sind Bilder und Geschichten, die eine Wahrheit transportieren vielleicht gerade für Kinder geeigneter, um zum Beispiel die Schädlichkeit von Intoleranz, von mangelndem Sozialverhalten und fehlendem Miteinander bewusst zu machen.

Über Barbara Wegmann

Einst... geboren, gewachsen, gelernt, dann endlich... Redakteurin, Moderatorin heute Journalistin, Sprecherin, Rezensentin seit Jahrzehnten Vielleserin, Gernleserin, am liebsten Bildbände, Kriminalromane, Bücher mit dem "gewissen Etwas" (Thema, Autor, Aufhänger) nicht zu vergessen Familie, Tochter, Mann, spanische Küche, Freunde bekochen, Musik, Leidenschaft für alte Bücher, Antikmärkte, lebenslanges Lernen das Wichtigste im Leben: das Wort

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